Sabine Gelsing


Eine Kurzgeschichte.

 

Januarherz

 

Was für ein trüber Tag. Die Sonne steht hoch am Himmel und sämtliche Vögel fühlen sich aufgefordert, in eine nervtötende Operette einzustimmen. Der Gestank nach Rindenmulch, der sich über die neu bepflanzten Beete des Nebeneingangs gelegt hat, erinnert mich an einen geöffneten Bioabfallbehälter. 

Den Weg durch das Haupttor benutze ich seit Wochen nicht mehr. Zu viele Leute, noch mehr Floskeln:

Schöne Gießkanne.

Heute hätte man einen Schirm gebraucht.

Ach, sie pflanzen wohl auch gerne Hornveilchen?

Ich höre Herrn Blum, noch bevor ich ihn sehe, und mich trifft die Erkenntnis, dass es heutzutage keine sicheren Wege mehr gibt. 


Veröffentlichungen.


Geplant.

Demnächst wird ein Auszug aus meinem Romanprojekt veröffentlicht.

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Sabine Gelsing

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