Dieses Buch hat Seiten mit roter und Seiten mit blauer Schrift:

zwei Handlungsstränge, die ineinandergreifen, aber getrennt voneinander gelesen werden können.

 

Ein Mädchen, 12 Jahre alt, gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste auf der 'Flucht' vor ihrem Vater in die märchenhafte Welt der Marionetten. Verborgen auf einem Dachboden begegnen ihm Urmel, Jim Knopf, Kater Mikesch und andere Figuren, als hätten sie auf es gewartet. Und das Mädchen trifft eine geheimnisvolle Frau: Hannelore Marschall, genannt Hatü.

Das Mädchen kommt aus der Gegenwart, mit allem was dazu gehört: iPhone, getrenntlebenden Eltern, der Langeweile eines Beinahe-Teenies und dem Halbwissen um die Schrecken eines längst vergangenen Krieges.

Auf dem Dachboden, im Licht des Mondes macht es zwischen dem Kleinen Prinzen und Prinzessin Li Si eine Reise in Hatüs Vergangenheit.

 

 

Hannelore, von ihrer Schwester Hatü genannt, erlebt in Augsburg den Schrecken des 2. Weltkriegs.

Die Leidenschaft des Vaters für das Marionettentheater überträgt sich auf sie.

Die Geburt der 'Augsburger Puppenkiste' folgt der Zerstörung des familiären 'Puppenschreins' in einer Kriegsnacht.

Hatüs Lebensgeschichte, beginnt im 2. Weltkrieg und endet mit der Fertigstellung der Figuren, die es braucht, um Michael Endes 'Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer' aufzuführen.

 

Während Hettche die wundersame, gegenwärtige Geschichte des Mädchens auf dem Dachboden des Theaters erzählt als sei sie bereits vergangen, erzählt er die Lebensgeschichte von Hatü, der Tochter Walter Oehmichens, und die der G

'Augsburger Puppenkiste' so, als wäre sie gegenwärtig.

"Die Vergangenheit ist Gegenwart, die Gegenwart ist Vergangenheit. Es ändert sich nichts." S. 190

So fühle ich mich Hatü nah, die der Zerzörungswut des Krieges ausgeliefert ist, die die nicht zu relativierende Schuld dessen spürt, was in jenen Jahren geschah. Und ich spüre ihre Sehnsucht, diese Schuld hinter sich zu lassen.Ich fühle mich ebenso verbunden mit dem Mädchen auf dem Dachboden, das zwischen den Marionetten Traumhaftes erlebt, das nicht weiß, wo es zu Hause ist, sich schuldig fühlt an der Trennung der Eltern. Die durch ihr Eindringen in die unwirkliche Welt der Marionetten und der Welt der längst verstorbenen Hatü, Erinnerungen und Ängste heraufbeschwört, sie verstehen lernt und bezwingt.

"Wohin gehen, wenn es keinen Weg gibt? Welche Richtung schlägt man ein, ohne Ziel?" (S.103)

Was der Herzfaden ist? Finden Sie es heraus!

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Sabine Gelsing

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