Sehr geehrter Herr Rudi,

mit größtem Vergnügen habe ich deine Geschichte gelesen. Was für ein Drama, ein Lust-, ein Trauerspiel. Es freut mich, dass du nach dem Verlust von der Livi den Fritz gefunden hast. Und er dich. Da denkt man direkt, tolle Freundschaft. Sowas kann man gebrauchen. Das gibt Auftrieb. Da hat man Glück.
Und sympathisch bist. So als Gerichtsvollzieher, eh. Das muss man erst mal können: sympathisch sein. Deine Vorliebe für Marmelade teile ich und deine Idee mit dem Blaubeer-Vollbad werde ich gleich heute Abend umsetzen. Ob sie einem, wenn man mit den Füßen paddelt, in den Mund schwimmen? In den eigenen. Nicht, was du jetzt denkst! Ich werde berichten. Möglicherweise lasse ich aber den Hexenschuss weg.
Und wie bist du nur an diese Frau Herzig geraten? Wie die das alles zu Papier bringt. Das Leben. So mit allem Drum und Dran. Und kurz und knapp. Das kann ja auch nicht jeder. Das Auf-den-Punkt-bringen. Da hast du schon wieder Glück.
Ich seh dich so was von vor mir, und den Fritz und die Livi auch. Und wie schön ihr miteinander sprecht. Etwas österreichisch. Genau richtig viel.
Deine Bilder in meinem Kopf. Das ist schon krass. Wie sowas geht?! Nur die Sache mit dem Krebs. Da hast kein Glück. Und da weiß ich auch echt nicht, was ich da Gescheites zu schreiben könnte. Hilft ja nix. Ist passiert.
Aber dem Fritz geht es gut, das seh ich. Hauptsache. Und der Livi?
Das weißt du besser, als ich.
Also grüß sie schön.

Mit vergnüglichem Dank, sturer Esel.
Man sieht sich.

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Sabine Gelsing

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