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Im Sommer hatte ich ihn schon einmal begonnen und nach 180 Seiten abgebrochen. Für @dasdebuetgab ich ihm eine zweite Chance. 

Sharon Dodua Otoo schildert in Adas Raum das Leben mehrerer Frauen namens Ada, die über Epochen hinweg durch ein Armband miteinander verbunden sind. 

Die erste Ada lebt im 15. Jahrhundert in Afrika. Sie betrauert ihr totes Baby, das Armband gelangt nach Europa. Die zweite Ada ist die Wissenschaftlerin Ada Lovelace, die (im 19. Jh.) lebte und mit Dickens befreundet ist und die dritte Ada um 1945, wo sie in einem KZ als Prostituierte arbeiten muss. Die vierte Ada begegnet den Leser:innen in der Gegenwart (2019) in Berlin. Sie kommt (wie die erste Ada) aus Ghana, ist schwanger und auf Wohnungssuche. 

Vier Adas erleben auf vier Zeitebenen, Themen wie Rassismus, Kolonialismus, Nationalsozialismus, Gewalt, Wohnungsnot und vieles mehr, vor allem natürlich ihr Frausein im Kontext der jeweiligen Epoche. Es gibt viele Perspektivwechsel, immer wieder lässt die Autorin Gegenstände sprechen: einen Besen, einen Türklopfer, einen Raum, einen Pass. 

Ich mag Otoos Sprache, finde den Plot unglaublich originell, die Themen aktuell. Doch die Sprünge, die Brüche, diese “Erzählschleifen”, die das Armband verbinden und zusammenhalten soll, das übergeordnete, zeitlose Ich, die Ichs der jeweiligen Adas, der Bezug zu Dickens, das alles ist mir zu viel, zu gewollt. 

Der Roman hat mich wieder nicht abgeholt, obwohl ich es mir gewünscht habe.