Und wieder ein Debüt

Gynäkologe Herb Senior versetzt die Lieblingswurst seiner Frau Magdalena mit Beruhigungsmitteln und sieht der Praxisübernahme durch seinen Spross entgegen. Herb Junior hegt allerdings nur fußstapfentheoretisch Interesse an Vaginen, was er die Eltern bisher nicht wissen ließ. Vielmehr entwickelt sich der Nationalratsabgeordnete, ein scheinbar stets mies gelaunter Mensch und Angehöriger der falschen Partei, zum Objekt seiner Begierde.

Karin, die bloggende, alleinerziehende Kosmetikfachverkäuferin und der soziopathische Mann namens Klaus, runden die Szenerie im „Bau“ ab, in der Magdalena schon auf Seite 7 zu meiner Protagonistin geworden ist. Sie schwingt das Ameisenköniginnenzepter gekonnt.

 

Romina Pleschko gewährt in ihrem Debüt einen Blick in die Wohnungen dieser sechs Großstädter, die zwar Tür an Tür leben, aber kaum etwas voneinander wissen. Es kommt zu unglaublich skurrilen Situationen, die die Lesenden voyeurgleich zu sehen bekommen.

Die ironisch-bissige Art, mit der die Figuren und Beziehungen geschildert werden, macht „Ameisenmonarchie“ zu einer unterhaltsamen Geschichte über das Zusammenleben und ist Sozialstudie zugleich.

 

Ein lesenswertes Buch über die Tücken im Umgang mit sozialen Wesen, ausgestattet mit Figuren, die sich entwickeln.

Lesenswert auch und gerade weil es nicht für alle gut ausgeht.