Kometen

Bubi Bergerer lebt recht unzufrieden in einer WG in Berlin, wo sie für einen medizinischen Verlag arbeitet. In einem Club lernt sie Hans kennen. Die Nacht mit ihm und eine Drogenerfahrung werfen Bubi aus der Bahn. Sie trennt sich von ihrem Freund, kehrt in ihren Geburtsort in Tirol zurück.

Dort stellt sie fest, dass sich die Heimat, wie sie sie kannte, verflüchtigt hat.

Ihr Zimmer wurde zweckentfremdet und bei einem Gespräch mit ihrer Mutter erfährt sie, dass ihr Vater ein anderer ist. Bubi flieht für einige Zeit in die Familienhütte und in einen Drogenrausch. Sie beschließt, den Mann zu suchen, der sie vor über zwanzig Jahren in die Umlaufbahn katapultiert hat, auf der sie gerade vom Leben durchgeschüttelt wird.

 

Elisabeth R. Hager erzählt in ihrem Debüt eine Geschichte vom Suchen und Finden, vom Herumschlingern und Einpendeln, von Verlusten: Heimat, Identität, Kontrolle. Bubis Leben ist flüchtig, es irrt umher, lässt sich gehen, umkreist die Sonne, kommt ihr nah, aber es verglüht nicht.

 

"Seit der Enthüllung ihrer Mutter war die intakt geglaubte Wurzel entzündet."

 

Wie schon „Fünf Tage im Mai“ habe ich auch diesen Roman sehr gerne gelesen.

 

"Kometen" zündet inhaltlich, sprachlich und formal. Die unverblümt-poetische bis dalíeske Ausdrucksweise mit wohldosiertem Dialekt, die detaillierten Natur- und Situationsbeschreibungen und die reflektierten Innensichten der Protagonistin haben mich begeistert.

 

Der Ritt auf dem Kometen „Bubi Bergerer“ von Berlin nach Rom über Tirol war mir ein Vergnügen